Das Wichtigste in Kürze
Hautüberschuss entfernen sie nicht.
- Dauer
- 45 bis 75 Minuten
- Betäubung
- örtlich
- Ausfallzeit
- einige Tage; zwei Wochen Rücksicht auf Mimik und Schlafposition
- Anhebung
- meist begrenzt; wie lange, lässt sich nicht sicher vorhersagen
Wie es funktioniert
Die Fäden bestehen aus Material, das der Körper über Monate abbaut.
Fäden mit Widerhaken oder kleinen Kegeln verankern sich im Gewebe und heben es an; glatte Fäden sollen vor allem die Kollagenbildung anregen, die sie auslösen.
Ein Teil der Anhebung ist oft direkt nach der Behandlung sichtbar. Ob sich die Haut in den folgenden Monaten zusätzlich festigt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
PDO-Fäden und Silhouette-Fäden
In der Praxis werden PDO-Fäden aus Polydioxanon und Silhouette-Fäden eingesetzt.
Beide werden vom Körper abgebaut, unterscheiden sich aber in Material, Verankerung und Zweck: Fäden mit Widerhaken oder Kegeln heben Gewebe an, glatte Fäden setzen einen Reiz für die Kollagenbildung. Welche Fäden für Sie infrage kommen, wie viele und wo, hängt von Ausgangslage und Ziel ab und steht im Behandlungsplan.
Was der Faden kann und was nicht
Er hebt Gewebe an, das abgesunken ist. Er entfernt keinen Hautüberschuss; das ist der entscheidende Unterschied zum chirurgischen Lifting.
Bei geeigneter Ausgangslage ist eine leichte Anhebung von Wange und Kieferlinie realistisch; zusichern kann sie niemand. Nicht realistisch ist ein glatter Hals oder das Verschwinden ausgeprägter Hängewangen.
Risiken und mögliche Komplikationen
Häufig sind Schwellungen, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl, auch beim Kauen.
Möglich sind kleine Einziehungen der Haut, Asymmetrien und Schmerzen über einige Tage. Selten werden Fäden sichtbar, treten durch die Haut oder entzünden sich und müssen entfernt werden. Das Risiko steigt mit der Zahl der Fäden; über alles klären wir vor der Behandlung persönlich auf.
Haltbarkeit und Studienlage
Wie lange die Anhebung anhält, lässt sich nicht sicher vorhersagen.
Übersichtsarbeiten beschreiben eine meist begrenzte Haltbarkeit und bemängeln fehlende Langzeitdaten; die Fäden selbst lösen sich über Monate auf. Wir besprechen mit Ihnen, was in Ihrer Ausgangslage realistisch ist.
Häufig in Kombination
Fäden heben, Volumen stützt.
Wo an mehreren Stellen Substanz verloren gegangen ist, ergänzen sich beide Verfahren: Erst wird die Stütze aufgebaut, etwa mit Hyaluron an Kinn und Kieferlinie oder als Liquid Facelifting, dann gehoben, nicht umgekehrt, weil sonst das eingebrachte Volumen die Fäden belastet.
Kosten
Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab; ästhetische Behandlungen zahlen Sie selbst.
Über die voraussichtlichen Kosten informieren wir Sie vor der Behandlung in Textform. Die Kosten hängen von Art und Zahl der Fäden ab.
So läuft es ab
- 01 Beratung mit Untersuchung in Ruhe und Bewegung, Aufklärung, Bedenkzeit.
- 02 Markieren der Ein- und Austrittsstellen und des Fadenverlaufs.
- 03 Örtliche Betäubung, Einbringen der Fäden mit feiner Nadel oder Kanüle.
- 04 Kontrolle nach etwa zwei Wochen.
Für wen sich das eignet
Passt gut, wenn
- Beginnende Erschlaffung an Wange oder Kieferlinie
- Die Hautqualität ist noch gut
- Sie möchten einen Hebeeffekt ohne Schnitt und kennen seine Grenzen
Eher nicht, wenn
- Starker Hautüberschuss oder sehr dünne Haut
- Sie können zwei Wochen keine Rücksicht auf Mimik und Schlafposition nehmen
- Es besteht eine Blutgerinnungsstörung, eine Infektion im Behandlungsgebiet, Schwangerschaft oder Stillzeit
Vor dem Termin und danach
Vorher
- Zwei Wochen ohne wichtige Termine einplanen
- Ärztlich verordnete blutverdünnende Medikamente bitte nicht selbst absetzen. Sagen Sie uns vorher, welche Mittel Sie nehmen; wir besprechen, wie der Eingriff geplant wird.
- Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen erhöhen die Neigung zu Blutergüssen; ob Sie sie vorher weglassen können, besprechen wir mit Ihnen.
- Zahnarzttermine vorher erledigen
Danach
- Zwei Wochen: nicht auf dem Gesicht schlafen, keine ausladende Mimik
- Kein Sport, keine Sauna, keine Gesichtsmassage
- Spannungsgefühl und Schmerzen beim Kauen sind in den ersten Tagen möglich
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Fadenlifting?
Das lässt sich nicht sicher vorhersagen. Die Fäden lösen sich über Monate auf; Übersichtsarbeiten beschreiben eine meist begrenzte Haltbarkeit der Anhebung und bemängeln fehlende Langzeitdaten. Wir besprechen mit Ihnen, was in Ihrer Ausgangslage realistisch ist.
Fadenlifting oder Facelift?
Ein chirurgisches Facelift kann Hautüberschuss entfernen, ein Fadenlifting nicht. Bei deutlich erschlaffter Haut oder ausgeprägten Hängewangen ist die Operation das wirksamere Verfahren; ein Fadenlifting kommt eher bei beginnender Erschlaffung infrage.
Tut die Behandlung weh?
Die Ein- und Austrittsstellen werden örtlich betäubt. Während der Behandlung spüren die meisten Druck und Ziehen. In den ersten Tagen danach sind Spannungsgefühl und Schmerzen beim Kauen oder weiten Öffnen des Mundes möglich.
Sieht man die Fäden?
In der Regel nicht. In den ersten Wochen können kleine Einziehungen der Haut oder tastbare Fadenenden auftreten. Selten wird ein Faden sichtbar oder tritt durch die Haut und muss entfernt werden.
Was passiert, wenn die Fäden sich auflösen?
Das aufgebaute Kollagen kann eine Zeit lang bestehen bleiben. Der Effekt klingt langsam ab, er verschwindet nicht schlagartig; wie lange er bleibt, ist individuell.

