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Infusionen und Longevity

Myers-Cocktail (Vitamininfusion)

Der Myers-Cocktail ist eine Infusion aus Vitamin C, mehreren B-Vitaminen, Magnesium und Calcium.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Nutzen ist in kontrollierten Studien nicht belegt; sinnvoll kann sie sein, wenn ein Mangel an einem der Stoffe nachgewiesen ist und Tabletten nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.

Inhalt
Vitamin C, B-Vitamine, Magnesium, Calcium
Dauer je Termin
etwa 30 bis 45 Minuten
Anzahl
nach Befund, keine feste Serie
Vorher
Gespräch und Blutuntersuchung
Abrechnung
GOÄ, Selbstzahler
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Was enthalten ist

Vitamin C, mehrere B-Vitamine, Magnesium und Calcium in einer Trägerlösung.

Der Myers-Cocktail ist ein Grundgerüst, kein festes Rezept: Die Zusammensetzung passen wir an Ihren Befund an, und ein Bestandteil fällt weg, wenn eine Vorerkrankung oder ein Medikament dagegen spricht.

Über die Vene aufgenommen umgeht die Infusion den Darm. Das ist von Vorteil, wenn die Aufnahme über den Darm gestört ist oder wenn Präparate zum Schlucken nicht vertragen werden. In allen anderen Fällen reichen Tabletten meist aus; auch das sagen wir Ihnen.

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Was belegt ist und was nicht

Die Zusammenstellung geht auf den amerikanischen Arzt John Myers zurück und wird seit Jahrzehnten verwendet.

Dass sie verbreitet ist, sagt nichts über ihren Nutzen: Belegt ist er nicht. Die einzige placebokontrollierte Studie (Ali A. et al., Journal of Alternative and Complementary Medicine 2009, Band 15, Seiten 247 bis 257; 34 Teilnehmende mit Fibromyalgie) fand keinen bedeutsamen Unterschied zwischen der Infusion und einem Scheinpräparat; beide Gruppen fühlten sich besser.

Was sich belegen lässt, ist etwas anderes: Ein nachgewiesener Mangel kann ausgeglichen werden, und Beschwerden, die auf diesen Mangel zurückgehen, können dann nachlassen. Erschöpfung ohne Mangel behandelt die Infusion nicht; wie wir Erschöpfung abklären, steht auf der Seite Infusion bei Erschöpfung: erst die Ursache klären.

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Was wir vorher prüfen

Nierenfunktion und die Blutwerte der enthaltenen Stoffe, dazu Vorerkrankungen und Medikamente.

Vitamin C in hoher Dosis kann bei Neigung zu Nierensteinen und bei eingeschränkter Nierenfunktion Oxalatsteine begünstigen; bei einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel oder einer Eisenspeicherkrankheit darf es nicht gegeben werden. Calcium verträgt sich nicht mit Herzglykosiden, Magnesium kann die Wirkung mancher Blutdruck- und Herzmedikamente verstärken. In Schwangerschaft und Stillzeit wägen wir jeden Bestandteil einzeln ab.

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Ablauf und mögliche Nebenwirkungen

Sie sitzen bequem, ein dünner Venenzugang wird gelegt, die Lösung läuft langsam über etwa 30 bis 45 Minuten ein.

Zu schnell infundiert können Magnesium und Calcium Hautrötung, Wärmegefühl, Übelkeit, einen Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen auslösen; deshalb bleibt die Geschwindigkeit niedrig, und Sie sagen uns, sobald Sie etwas spüren.

Möglich sind außerdem ein Bluterguss oder eine Reizung der Vene an der Einstichstelle und, selten, Überempfindlichkeitsreaktionen auf einen Bestandteil; für Vitamin B1 über die Vene sind in seltenen Fällen auch schwere Reaktionen beschrieben. Eine Notfallausstattung steht bereit, und Sie sind während der Infusion nicht allein.

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Kosten

Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die voraussichtlichen Kosten für Blutuntersuchung und Infusion nennen wir Ihnen vorher in Textform.

Ohne medizinische Begründung übernehmen Versicherungen die Kosten in der Regel nicht; gesetzlich Versicherte zahlen selbst.

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Für wen sich das eignet

Passt gut, wenn

  • Ein Mangel an einem der enthaltenen Stoffe ist im Blut nachgewiesen
  • Tabletten werden nicht vertragen, wirken nicht, oder die Aufnahme über den Darm ist gestört

Eher nicht, wenn

  • Die Beschwerden sind noch nicht abgeklärt
  • Die Nierenfunktion ist eingeschränkt, oder Sie hatten Nierensteine
  • Sie haben einen Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel oder eine Eisenspeicherkrankheit
  • Sie nehmen Herzglykoside (Digitalis); dann fällt Calcium weg oder die Infusion ganz
  • Sie sind schwanger oder stillen; dann besprechen wir vorher, ob und was infrage kommt
  • Sie erwarten eine Wirkung ohne nachgewiesenen Mangel
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Vor dem Termin und danach

Vorher

  • Blutuntersuchung vorab, in einem eigenen Termin
  • Alle Medikamente und Nahrungsergänzungen angeben, auch Biotin; es kann Laborwerte verfälschen
  • Vor der Infusion normal essen und ausreichend trinken

Danach

  • Meist können Sie Ihrem Alltag nachgehen; bei Schwindel sagen Sie uns bitte Bescheid, bevor Sie fahren
  • Ausreichend trinken
  • Ob und wann eine weitere Infusion sinnvoll ist, entscheiden wir nach dem Befund
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Häufige Fragen

Was ist im Myers-⁠Cocktail enthalten?

Vitamin C, mehrere B-Vitamine, Magnesium und Calcium in einer Trägerlösung. Die genaue Zusammensetzung passen wir an Ihren Befund an.

Wie schnell merke ich etwas?

Das lässt sich nicht vorhersagen. Ein Nutzen des Myers-Cocktails ist in kontrollierten Studien nicht belegt. Wenn ein nachgewiesener Mangel ausgeglichen wird, können Beschwerden nachlassen, die auf diesen Mangel zurückgehen.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

An der Einstichstelle kann die Vene gereizt sein oder ein Bluterguss entstehen. Während der Infusion spüren manche ein Wärmegefühl oder Übelkeit; auch ein Blutdruckabfall ist möglich. Selten sind allergische Reaktionen. Nierensteine, eine eingeschränkte Nierenfunktion und bestimmte Stoffwechselstörungen besprechen wir vorher, weil einzelne Bestandteile dann wegfallen.

Ist eine Vitamininfusion besser als Tabletten?

Nur in bestimmten Fällen: wenn die Aufnahme über den Darm gestört ist oder Tabletten nicht vertragen werden. Sonst reichen Tabletten meist aus; das sagen wir Ihnen dann auch.

Wie oft sollte ich kommen?

Das richtet sich nach dem Befund und wird nach einer Kontrolle der Werte entschieden. Eine regelmäßige Infusion ohne nachgewiesenen Mangel empfehlen wir nicht.

Hilft der Myers-⁠Cocktail bei Erschöpfung oder nach einem Infekt?

Als Behandlung der Erschöpfung ist kein Nutzen belegt. Zuerst gehört geklärt, woher die Erschöpfung kommt; eine Infusion kommt nur infrage, wenn dabei ein Mangel gefunden wird, den Tabletten nicht ausgleichen können.

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