Wie die Behandlung wirkt
Botulinumtoxin reduziert die Signalübertragung vom Nerv zum Muskel. Der behandelte Muskel entspannt sich, und die Haut darüber glättet sich.
Nach vier bis sechs Monaten wachsen neue Nervenendigungen nach, das Signal erreicht den Muskel wieder, und die Haut kehrt in ihren vorherigen Zustand zurück.
Wofür die Behandlung eingesetzt wird
Je nach Präparat ist Botulinumtoxin für die Zornesfalte zwischen den Brauen, die Querfalten der Stirn und die Krähenfüße bei Erwachsenen zugelassen. Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite Botulinumtoxin bei Mimikfalten.
Daneben gibt es medizinische Anwendungen. Bei starkem Schwitzen unter den Achseln unterbricht der Wirkstoff die Signalübertragung an die Schweißdrüsen; dafür ist die Behandlung zugelassen, mehr dazu auf der Seite Hyperhidrose. Bei chronischer Migräne ist ein Präparat für Erwachsene zugelassen, die an mindestens 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen haben, davon an mindestens acht mit Migräne, wenn vorbeugende Medikamente nicht ausreichend geholfen haben oder nicht vertragen wurden. Ob das für Sie infrage kommt, klären wir im Gespräch.
Alle weiteren Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Behandlung von Mimikfalten. Für die Achseln gelten eigene Angaben zu Dauer, Vorbereitung und Nachsorge; sie stehen auf der Seite Hyperhidrose.
Botulinumtoxin oder Hyaluron?
Botulinumtoxin und Hyaluronsäure wirken ganz verschieden. Botulinumtoxin entspannt Muskeln und kommt bei Falten infrage, die durch Mimik entstehen, etwa bei der Zornesfalte. Hyaluronsäure ist ein Gel, das verlorenes Volumen teilweise ersetzen kann, etwa an den Wangen.
Ein Anhaltspunkt: Ist eine Falte in Bewegung deutlich und in Ruhe noch flach, spricht das eher für Botulinumtoxin. Ist sie auch in völliger Ruhe tief eingegraben, hilft Volumen oft mehr. Feine Fältchen um die Augen, die auch in Ruhe sichtbar sind, betreffen eher die Haut selbst; dort kommt zum Beispiel ein Laser für die Augenpartie infrage. Oft spielt mehreres zusammen. Was bei Ihnen passt, klären wir in der Untersuchung; einen Überblick gibt die Seite Faltenbehandlung.
Was mit Ihrer Mimik passiert
Wir setzen zunächst lieber etwas weniger als zu viel. Ziel ist, dass Sie natürlich und frisch aussehen, ohne künstlich zu wirken.
Bei Männern ist die Muskulatur von Stirn und Zornesfalte häufig kräftiger; die wirksame Dosis liegt deshalb oft höher. Gewünscht ist meist eine Stirn, die entspannt wirkt, nicht glatt, und die Brauen sollen gerade bleiben. Mehr dazu auf der Seite Ästhetik für Männer.
So läuft die Behandlung ab
Am Anfang steht die Beratung: Wir sehen uns Ihre Mimik in Bewegung an und legen danach die Dosis fest. Zur Behandlung markieren wir die Injektionspunkte und tragen eine Betäubungscreme auf. Das Spritzen selbst dauert nur wenige Minuten, und Sie spüren es kaum.
Die Wirkung setzt meist nach drei bis sieben Tagen ein und ist nach etwa zwei Wochen voll ausgeprägt. Bei der Nachkontrolle nach etwa zwei Wochen sehen wir uns das Ergebnis gemeinsam an und korrigieren bei Bedarf fein nach.
Wie lange die Wirkung anhält
Bei Mimikfalten hält die Wirkung meist vier bis sechs Monate. Wie lange sie bei Ihnen anhält, hängt unter anderem von Muskelkraft, Dosis und Region ab. Wiederholt wird frühestens nach drei Monaten.
Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Selten kann an der Einstichstelle ein kleiner blauer Fleck entstehen.
Wir behandeln nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht bei Erkrankungen der Übertragung zwischen Nerv und Muskel wie einer Myasthenie und nicht bei einer Infektion an der Einstichstelle. Vor jeder Behandlung klären wir Sie persönlich über alle Risiken auf.
Wer bei uns behandelt und wie abgerechnet wird
Es behandeln ausschließlich unsere Ärztinnen und Ärzte. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Kosten hängen von der behandelten Region und der Wirkstoffmenge ab; wir nennen sie Ihnen vor der Behandlung in Textform.
Nach der Behandlung
Danach
- Die behandelten Stellen nicht massieren; das ist die übliche Empfehlung nach der Injektion.
- Am selben Tag kein Sport, keine Sauna, kein Solarium und kein Kopfstand beim Yoga.
Häufige Fragen
Ab wann sieht man eine Wirkung?
Meist nach drei bis sieben Tagen; voll ausgeprägt ist sie nach etwa zwei Wochen.
Wirkt das Gesicht danach starr?
Nein. Wir dosieren zurückhaltend, damit die Mimik erhalten bleibt, und korrigieren bei Bedarf bei der Nachkontrolle fein nach.
Was passiert, wenn ich die Behandlung nicht wiederhole?
Die Wirkung lässt nach einigen Monaten von selbst nach, und die Haut ist wieder wie vor der Behandlung. Ob und wann Sie wiederkommen, entscheiden Sie.
Wie oft kann man die Behandlung wiederholen?
Frühestens nach drei Monaten. Wann eine neue Behandlung für Sie sinnvoll ist, hängt davon ab, wie lange die Wirkung bei Ihnen anhält.
Darf ich mich in der Schwangerschaft oder Stillzeit behandeln lassen?
Nein. In Schwangerschaft und Stillzeit behandeln wir nicht.
Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?
Rein ästhetische Behandlungen übernehmen die Krankenversicherungen nicht. Bei medizinisch indizierter Hyperhidrose erstatten private Versicherungen je nach Tarif; gesetzlich Versicherte zahlen die Behandlung selbst. Die voraussichtlichen Kosten nennen wir Ihnen vorher in Textform.

